«Jedes Menschenleben ist es wert»

Article paru dans la Freiburger Nachrichten du 27 janvier 2011
CAROLE SCHNEUWLY 

Das Freiburger Regionalkomitee für den Schutz vor Waffengewalt hat am Mittwoch seine Argumente zugunsten der Volksinitiative vorgestellt. 

Freiburg  In jedem dritten Schweizer Haushalt gibt es heute eine Schusswaffe, die Mehrheit davon sind Militärwaffen. Für die Befürworter der Initiative für den Schutz vor Waffengewalt, die am 13. Februar  zur Abstimmung gelangt, sind die Folgen klar: zahlreiche Tötungsdelikte, Suizide und Unfälle, die zu verhindern wären. Die Initiative fordert darum die Aufbewahrung des Sturmgewehrs im Zeughaus, ein eidgenössischesWaffenregister und einen Bedarfs- und Fähigkeitsnachweis für Waffenbesitzer. Am Mittwoch hat das Freiburger Regionalkomitee vor  den Medien seine Argumente zugunsten der Initiativepräsentiert. Auch wenn diese nur einzelne Todesfälle verhindern könne, sei sie gerechtfertigt, sagte Grossrätin Christa Mutter im Namen der grünen Partei. «Jedes Menschenleben ist mehr wert als der Waffenstolz ausgemusterter Soldaten.» 

Xavier Ganioz, Vizepräsident der SP des Kantons Freiburg, betonte, dass es längst keinen militärischen Grund mehr gebe, die Ordonnanzwaffe zu Hause aufzubewahren. Ein zentraler Bestandteil der Initiative sei dieForderung nach einem Waffenregister: «In der Schweiz werden Autos, Hunde und Schweine registriert. Es ist unverständlich, dass nicht auch Schusswaffen registriert werden sollen.» 

Drohen mit der Waffe Auch Philipp Wandeler, Präsident der CSP Freiburg,  zeigte sich überzeugt, dass eine strengere Gesetzgebung viele Todesfälle verhindern würde. Dabei unterstrich er, dass sich die Initiative nicht gegen verantwortungsbewusste Schützen, Jäger und Sammler  richte. Der Aufwand für den Besitz einer Waffe werde zwar grösser, aber Menschenleben könnten nicht gegen administrativen Aufwand verrechnet werden. 

Claudia Meyer, Sozialarbeiterin und Co-Leiterin des Frauenhauses Freiburg, wies auf die beträchtliche Rolle von Schusswaffen bei der häuslichen Gewalt hin. Beim Frauenhaus beziehungsweise bei der Opferberatungsstelle für Frauen meldeten sich immer wieder Frauen, die mit Schusswaffen bedroht worden seien: entweder direkt mit vorgehaltener Waffe oder indirekt mit dem Hinweis auf die Waffe, die griffbereit im Haus liege. Für den Psychiater Patrick Haemmerle, Präsident des Vereins Suizidprävention Freiburg, ist klar, dass es weniger Suizide gäbe, wenn Schusswaffen weniger leicht verfügbar wären. Diesen Zusammenhang hätten Studien zweifelsfrei bewiesen. Suizide seien oft impulsive Akte und würden aufgeschoben, wenn das tödliche Mittel nicht da sei. 

Zu den Freiburger Unterstützern der Initiative gehören auch die Jungfreisinnigen, die sich damit gegen die Parole der Mutterpartei stellen. Generalsekretär Savio Michellod erklärte, warum: «Unsere Generation hat keine Zeiten der unmittelbaren militärischen Bedrohung erlebt. Wir verstehen nicht, warum die Waffe in Friedenszeiten zu Hause aufbewahrt werden muss.»

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© Savio Michellod

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